Abi ist zu schwer!?

Das letzte Komma gesetzt und die letzte Funktion gezeichnet: tausende Abiturienten in Sachsen-Anhalt haben die Prüfungen hinter sich gebracht. Das große Zittern beginnt und prompt sprießen die Artikel über ein zu anspruchsvolles Abitur aus dem Boden. Haben wir es hier mit berechtigter Kritik oder prophylaktischem Jammern zu tun?!

Es gibt Statistiken* zum Thema, die eine klare Sprache sprechen: Sachsen-Anhalt hat die bundesweit höchsten Abiturnormen. Während ein Schüler in Bremen ein 2,2er Abitur erhält, würde ein Schüler in Sachsen-Anhalt mit den gleichen Noten nicht mal zur Abiturprüfung zugelassen (siehe Bild). Diese Unterschiede resultieren vor allem daraus, dass in Sachsen-Anhalt alle Noten aus den 4 Kurshalbjahren in die Abiturgesamtnote eingebracht werden müssen und keine schlechteren Noten gestrichen werden dürfen. Auch weil in einigen Ländern manchen Zensuren doppelt gewertet werden, in anderen wieder nicht. Diese Disparität lässt sich in harte Fakten umwandeln: so schlossen laut statistischem Bundesamt 2013 rund 30% der Abiturienten in Sachsen-Anhalt ihr Abitur ab, dies ist bundesweiter Tiefstwert.

Es ist wohl eher eine Glaubensfrage, ob nur die Besten der Besten oder eine breite Masse an Abiturienten das Ziel ist. Im bundes- und europaweiten Arbeitsmarkt stehen unsere Sachsen-Anhalts Abiturienten durch die vergleichsweisen „schlechteren“ Noten schlechter da, und das stellt für sie eine Benachteiligung dar.
Wir als JU plädieren dafür, dass die Kultusministerkonferenz nicht nur Mindeststandards festlegt, sondern auch Höchststandards für das Abitur einführen sollte. Jedes Bundesland kann sich in diesem Spielraum einordnen, denn Bildungspolitik ist und bleibt Sache der Länder! Ein fairer Toleranzbereich sichert allen Schüler die Gleichberechtigung und gewährt ihnen in Deutschland Chancengleichheit auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt.
Qualität oder Quantität stehen sich bei dieser Debatte gegenüber und wenn wir einmal ehrlich sind, wir wollen doch die Besten der Besten. Abitur bedeutet viel Fleiß, Arbeit, Lernbereitschaft und auch manchmal im stillen Kämmerlein zu sitzen und sich die Bestandteile des Immunsystems einzupauken. Es stellt eben die Vorbereitung auf das Studium und die Ausbildung dar.
Im bundesweiten Vergleich sollte das Mindestmaß nicht ausreichen, aber auch das Höchstmaß darf nicht ausgereizt werden! Wir wollen niemandem das Abitur hinterher tragen, aber wir fordern eine vertretbare und vergleichbare Errechnung der Abiturnoten. Bildungspolitik ist Sache der Länder, aber eine einheitliche Grundlage für die Bildung der Abiturnoten sollte Aufgabe und Ziel aller 16 Kultusminister sein! Nur Fairness in der Zusammensetzung der Noten für das Abitur führt zur Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und damit zur Gerechtigkeit für die Schüler.
*Statistik: Günter Germann (F.A.Z.-Grafik Walter/ Grossarth)
Bildquelle: http://www.faz.net/…/ein-rechenbeispiel-fuer-die-13088717.h…und http://pixabay.com/…/m%C3%B6glich-unm%C3%B6glich-m%C3%B6gl…/

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ju

 

 

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